Facebook will Social Media weiter kolonialisieren
3 years ago by Tealk to c/fediversede
Wir trommeln seit vielen Jahren dafür, dass offene Standards und Protokolle ihren Weg in den Mainstream finden.
Eben.
Interoperabilität ist eine der Kernforderungen von Netzaktivistinnen und digital Natives.
Interessiert die Piratencrew bei Signal hingegen plötzlich ebenso wenig wie Zentralisierung und Ausschluss von Community-Apps.
Ich bin kein Freund von Meta, ich bin, seit ich vor ner gefühlten Ewigkeit mein Facebook-Konto gelöscht habe, auf keiner ihrer Plattformen mehr und mein Interesse, dieses Ding mit all seinen Einschränkungen zu nutzen, die dann wieder als besonders "einsteigerfreundlich" schöngeredet werden, ist nahe null.
Aber diese moralische Flexibilität, die man bei dieser Debatte offenbart, erscheint mir komplett gaga. Ich bin froh, dass es im Fediverse die Bridge zu Nostr gibt und ich das nicht brauche, ich begrüße es, wenn ARD und ZDF zur Abwechslung ihren Content mal nicht exklusiv für Datenkraken bereitstellen. Vielleicht blockiere ich threads.net früher oder später auch selbst, wird sich alles zeigen. Aber dieser Diskurs, wie er geführt wird, ist absurd.
Hilft uns halt nichts, wenn Meta dann den „Embrace, Extend and Extinguish” macht und uns wieder zurückwirft.
Ich denke diese Blockgeschichte ist jedenfalls ein gutes Aushängeschild um zu zeigen, was wir von Meta erwarten, wenn es im Fediverse angenommen werden soll.
Natürlich hilft es uns: Indem öffentliche Stellen endlich auf ihren eigenen Kanälen kommunizieren können, anstatt exklusiv auf Twitter und Instagram zu schreiben, weil man ja sonst niemanden erreiche.
Nur solange, bis das bereits erwähnte EEE durchgezogen wird und wir wieder ganz am Anfang stehen. Nein danke, dann lieber organisch wachsen und ein bisschen mehr dafür tun müssen, kritische Masse zu erreichen.
Das ist eine andere Baustelle. Mein Punkt ist die Ablehnung des Fediverse durch öffentliche Stellen und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit der Begründung, man würde die Menschen nur auf kommerziellen Plattformen erreichen. Die Argumentation zieht nicht mehr, wenn sie über eigene Fediverse-Instanzen Millionen Menschen auf Threads erreichen.
Mögliche Schritten im Bereich EEE ändern daran nichts.
und was hat das mit threads zu tun?
Öffentliche Stellen kommunizieren allerorts auf Twitter statt im Fediverse mit der Begründung, dass sie im Fediverse kaum jemanden erreichen.
Das Argument zieht nicht mehr, wenn Threads Millionen aktive Mitglieder in Deutschland hat. Und damit fällt ebenso die Argumentation zusammen, mit der Behörden datenschutzwidrig ihre Präsenzen auf Facebook aufrechterhalten. Dafür gibt es dann keine Rechtfertigung mehr.
Da ist schon was dran. Falls Meta bei Threads das Föderieren aktiviert, können dann die Nutzer von Threads aus den staatlichen Accounts auf bund.social folgen und damit das Argument der Behörden wegen der Reichweite einen Facebook-Account zu benötigen, entkräften.
go to feed...
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Es wird Instanzen geben die mit Facebook föderalisieren werden, das ist ihre Entscheidung. Wenn die Entwickler der bestehenden Dienste nicht versuchen sich Facebook anzupassen und dadurch das föderalisieren nicht funzt, dann werden wird das Födiversum vielleicht überleben.
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