Studien: Glyphosat entsteht in Kläranlagen aus Waschmittel

a year ago by D_a_X to c/dach

Zwei neue Studien erhärten den Verdacht, dass in Kläranlagen das umstrittene Pestizid Glyphosat aus Waschmittelzusätzen entsteht. Diese werden demnach nicht vollständig aus den Anlagen gefiltert und gelangen in die Umwelt.
feldwespe 25 points a year ago

Verbraucher sollten Waschmittel verwenden, die kein DTPMP, sondern biologisch abbaubare Entkalker enthalten. Wenn dies auf der Verpackung nicht deklariert sei, sollte man beim Hersteller anfragen. Der müsse Auskunft erteilen.

Für mich wird nicht ganz klar, in welcher Form die DTPMP (Diethylentriaminpentamethylenphosphonsäure) deklariert sein muss. Wenn - wie üblich - in der Inhaltsliste Phosphonate angeführt sind, weiß ich ja nicht, ob die zu dieser Gruppe gehörende DTPMP, oder etwas anderes damit gemeint ist.
Um Klarheit zu gewinnen, müssen wir dann wohl die Hersteller befragen.

So wird auch gleich Druck gemacht, dass der Mist da raus soll. Bis die EU das verbietet, dauert es ja wahrscheinlich wieder ewig. Wenn es biologisch abbaubare Alternativen gibt, müssen die natürlich bevorzugt werden. Ich erwarte, dass verantwortungsbewusste Hersteller schon bald auf ihren Packungen angeben werden, wenn die enthaltenen Mittel frei von DTPMP sind.

Falls jemand hier schon Antworten von einem Hersteller hat, wäre es hilfreich, wenn Ihr es hier teilen würdet. Ich habe schon mal bei dm nachgefragt, ob die denkmit Waschmittel frei von DTPMP sind, und werde berichten.

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federalreverse 6 points a year ago

Glyphosat ist natürlich besonders schlecht, aber Phosphorverbindungen sollten eh am besten so wenig wie möglich in der Kläranlage landen, um Eutrophierung zu vermeiden. Insofern kannst du auch einfach darauf achten, dass Phosphonate nicht in der Zutatenliste drin sind. Wenn das von den Waschergebnissen passt, ist alles gut.

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Saleh 8 points a year ago

Nicht biologisch abbaubare Phosphonate tragen nicht zur Eutrophierung bei, haben aber andere Umweltauswirkungen. Früher waren Phosphate im Waschmittel, die nach dem Verbot durch Phosphonate ersetzt wurde.

Der Einsatz von Chelatbildner zur Enthärtung ist unabhängig von der Chemikalie selbst auch problematisch, da sie z.B. Schwermetalle aus Sedimenten im Gewässer lösen und dann feisetzen.

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federalreverse 2 points a year ago

Was gelernt, Punkt genommen, danke.

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cows_are_underrated 4 points a year ago

Ich meine gelesen zu haben, dass man auf den blauen Engel auf der Verpackung achten kann. Wenn der da drauf ist, soll wohl kein DTPMP drin sein.

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feldwespe 1 point a year ago

Super Tipp. Einziger Wermutstropfen: Das Angebot am Markt ist seeeehr überschaubar.

Das Produkt von dm ist leider flüssig, und daher in Plastik verpackt. Auch wieder suboptimal.
Ob, und wo es das Respekt-Waschmittel mit blauem Engel überhaupt noch gibt, konnte ich nicht heraus finden.

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federalreverse 2 points a year ago

Du solltest die Plastikverpackung an der Stelle nicht überbewerten. Laut Verpackung sind da 33 Wäschen in einem Liter drin. Das ist ziemlich effizient, wenn es denn funktioniert (was ich mangels Erfahrung nicht beurteilen kann). Generell macht sich DM schon Gedanken zur Verpackung seiner Eigenmarken; da kommen zwar oft Plastikverpackungen bei raus, aber die sind meist relativ effizient und zumindest theoretisch relativ recycelbar.

Und ja, diese Verpackung wird aller Wahrscheinlichkeit nach von deinem Entsorger verbrannt. Aber die alternative, fünfmal so schwere Pappverpackung kommt auch nicht aus dem Nichts. Pappe ist nicht automatisch "gut" (wobei die Waschmittelverpackungen zumindest oft aus Recyclingpappe bestehen).

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cows_are_underrated 1 point a year ago

Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke, das die Produkte von Sonett dem Standard entsprechen.

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Schorsch 22 points a year ago

Patentklage von Monsanto ist wahrscheinlich schon raus.

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excral 20 points a year ago

Die Verbraucher sollten Waschmittel verwenden, die kein DTPMP, sondern biologisch abbaubare Entkalker enthalten.

Der Klassiker: die Verantwortung wird mal wieder dem Verbraucher zugeschoben, wenn es viel effektiver wäre zu verhindern oder zumindest zu beschränken, dass entsprechende Produkte überhaupt in den Verkauf kommen.

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feldwespe 8 points a year ago

Wenn eine Forschende ihr frisches Studienergebnis erläutert, und aufgeklärten Verbraucher:innen gleich einen Tipp zu Sofortmaßnahmen mitgibt, dann finde ich das ausgeprochen hilfreich.

Eine Wissenschaftlerin hat keinerlei Einfluss darauf, welche Produkte in den Verkauf kommen. Verbraucher:innen hingegen schon - sie können die richtigen Produkte kaufen. Und vor allem Parteien wählen, die Glyphosat und nun auch Phosphonate verbieten, statt den Interessen der Chemischen Industrie zu dienen!

Durch die neue Sachlage müssen Verordnungen erlassen werden. Schau Dir doch mal die Komplexität bei so einem ähnlichen Vorgang beispielhaft an - allein der Name spricht schon Bände:
Verordnung (EU) Nr. 259/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. März 2012 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 in Bezug auf die Verwendung von Phosphaten und anderen Phosphorverbindungen in für den Verbraucher bestimmten Waschmitteln und Maschinengeschirrspülmitteln

In jedem Falle wird der politische Prozess erfahrungsgemäß noch seeeeehr lange dauern, und es ist absolut sinnvoll, als Verbrauchery Druck auf die Hersteller zu machen, den Verordnungen zuvor zu kommen. Es wird sehr viel verseuchtes Wasser unsere Flüsse hinab fließen, bis die von Dir geforderte Effizienz greifen kann.

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excral 1 point a year ago

Eine Wissenschaftlerin hat keinerlei Einfluss darauf, welche Produkte in den Verkauf kommen

Die Erfahrung zeigt, sie haben genauso auch keinen signifikanten Einfluss auf die Verbraucher, besonders nicht kurzfristig. Es werden mit der Empfehlung nur wenige erreicht, von denen noch mal weniger den Ratschlag beherzigen. Wenn man also Forderungen an die Verbraucher stellt, bewirkt man damit einzig ihnen die Verantwortung zuzuschieben. Der richtige Adressat einer Forderung wären die Produzenten und Verkäufer der Waschmittel, und wenn die nicht freiwillig reagieren die Politik. Im nächsten Satz des Artikels steht ja schon die Forderung (an die Produzenten), das entsprechend zu deklarieren. Aber warum nur deklarieren und nicht gleich aufhören die entsprechenden Chemikalien zu verwenden? Ein Deklaration würde, wenn sie wirkungsvoll wäre, ja auch dazu führen, dass das Waschmittel nicht mehr gekauft wird.

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pantherina 1 point a year ago

IST SO. Als ob man das nicht easy verbieten könnte.

Generell sollte es keine Unterschiede zwischen Bio Waschmittel und Billo geben.

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Jaizter 7 points a year ago
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feldwespe 4 points a year ago

Danke für den guten Tipp mit der Waschkampagne.
Ich habe mal geschaut, ob ich dann künftig da bestelle und teile hier meine Ergebnisse.

Der Name ist Programm - wer die Teekampagne kennt, findet ähnliche Schwerpunkte. Es ist ein perfekt anpassbares, und damit ressourcenschonendes Baukasten-System. Es wird nach Wasserhärte dosiert, und nur bei Bedarf ein Bleichmittel verwendet.

Wenn ich es richtig sehe, beträgt der Preis pro Waschladung 14 Cent.
Zum Vergleich nehme ich die Eigenmarke Denkmit von dm - ohne Phosphonate mit blauem Engel: Da beträgt der Preis pro Waschladung 12 Cent.

Bei der Waschkampagne kommen allerdings 4,80 € pro Bestellung hinzu, womit der Preis pro Waschladung dann bei 20 Cent liegt. Bezahlt wird auf Rechnung per Überweisung.
Zum Testen gibt es für 1,6€ ein Probepack für 2 Waschladungen.

Fazit: Wenn meine aktuellen Vorräte leer sind, schaue ich noch mal, was vor Ort angeboten wird. Da die Waschkampagne auf eine Plastikverpackung verzichtet, und in einer Großpackung daher kommt, könnte sie insgesamt umweltfreundlicher sein, als das blaue-Engel-Waschmittel von dm.

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notastatist 2 points a year ago

Was hast du denn gefunden?

"Verantwortlich ist ein den allermeisten wohl unbekannter Stoff mit dem langen Namen "Diethylentriaminpentamethylenphosphonsäure", abgekürzt DTPMP. Diese Chemikalie gehört zur Gruppe der Phosphonate und ist in vielen Waschmitteln enthalten. Dort verhindert sie die Kalkbildung und verbessert so auch die Waschleistung."

Aus dem Text.

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Jaizter 2 points a year ago
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barsoap 1 point a year ago

In Frosch sind und waren nie Phosphate drin. Gibt's auch in ~3kg-Boxen statt den standard ~1.5kg.

Wenn du Umweltschutz maximieren möchtest dann isses aber wahrscheinlich besser die kleinen Packungen im Supermarkt, Drogerie usw. zu kaufen, weil Transporteffizienz.

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Jaizter 1 point a year ago
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dach
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