Unwetter Schweiz

2 years ago by Hiker to c/dach

Der Bund fragt sich in einem Artikel, aber leider Paywall €

Sollen wir den Alpenraum schützen, zurückbauen – oder aufgeben?

Wie viel wird uns der Schutz in den Bergen kosten? Die Fragen sind unbequem. Fachleute sind sich nur in einem einig: Das Leben im Alpenraum wird komplexer. Das hat Auswirkungen bis ins Unterland. #schweiz #unwetter #klima

Tryptaminev 8 points 2 years ago

Wenn ich mich richtig erinnere, kamen bei dem Unwetter 2021 über 500 l/m² in 24 h in und fast 1000l in 48 h in Teilen der Schweiz runter.

Wenn man noch etwas retten kann, dann nur durch drastische Rück- und Umbaumaßnahmen, wobei ein Großteil der ANwohner wegziehen müsste. Wenn es wie in Deutschland läuft, dann wird wahrscheinlich so lange die Realität verweigert und unverändert wieder aufgebaut, bis die Orte vollständig aufgegeben werden.

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hiker 3 points 2 years ago

So ganz grundsätzlich kann man das kaum sagen. Es kommt sehr lokal auf alle Umstände drauf an. Die Gefahrenkarten sind ein wichtiges Instrument, um die Lage beurteilen zu können. Schwierig wird das aber, weil die Niederschlagsmengen in solchen Ereignissen zugenommen haben und darum erhöhtes Gefahrenpotential geschaffen hat. Dazu sind es ja nicht nur die Siedlungen, auch die Verkehrswege (Strasse, Bahn) sind zunehmend gefährdet und auch da muss lokal geklärt werden, wie gehandelt werden muss. Menschen, die in "ihrem" Tal geboren und aufgewachsen sind und dort schon lange leben, kann man aber kaum einfach die die Fläche zwingen - das als "Realitätsverweigerung" zu geisseln, ist natürlich zu einfach. Dann auch: Wo sollen diese Menschen denn wohnen und arbeiten?

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Killing_Spark 6 points 2 years ago

das als "Realitätsverweigerung" zu geisseln, ist natürlich zu einfach. Dann auch: Wo sollen diese Menschen denn wohnen und arbeiten?

Das ist nicht "zu einfach" es ist korrekt. Natürlich hast du Recht dass es in der Konsequenz auch Probleme zu lösen gibt wenn man so eine größere Umsiedlung durchziehen möchte. Man muss aber schon klar sehen dass das auf kurz oder lang eh passieren wird und es einfacher ist diese Probleme zu lösen wenn man die Zeit noch hat. Sonst muss man die Probleme in Hektik angehen.

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hiker 2 points 2 years ago

Doch, es ist zu einfach - eine "Problemlösung" "Umsiedelung" ist an der Tastatur schnell geschrieben, aber kaum umfassend nachgedacht. Zunächst braucht es eine genau Gefahrenanalyse der einzelnen Siedlungen und Verkehrswege – da ist mit den Gefahrenkarten schon viel Vorarbeit geleistet. Diese müssen anhand der sich veränderten Bedingungen unter der Klimaveränderung überprüft und angepasst werden. Erst dann kann entschieden werden, was im Einzelfall das angemessene Vorgehen ist.

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Scipitie 3 points 2 years ago

"zu einfach" ist genau die Abmoderation, um die es dem Bund doch geht, oder?

Was ist, wenn das Ergebnis der Analyse lautet: "kann nicht gerettet werden"?

Wenn ich das richtig verstehe wird diese Analyse ja genau eben nicht gemacht, die Bereitschaft zu sagen "jo du bist hier geboren und du hast jetzt zwei Optionen: umziehen oder hier sterben" gibt es nicht - auch wenn das in manchen Gebieten eventuell die einzigen beiden Optionen sind.

Genau wie beim Klima "CO2 Reduktion ist einfach geschrieben, aber die (Wirtschaft/Autofahrer/Interessengruppen)!!"

Gibt's denn flächendeckende Alternativen? (nicht rhetorisch gemeint, ich kenne keine! Bin aber auch kein Schweizer und der Artikel und dieser thread sind meine erste Auseinandersetzung mit dem Thema).

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hiker 4 points 2 years ago

«Wir werden keine ganzen Täler aufgeben»

Nach den schweren Unwettern mit Todesopfern sind Stimmen laut geworden, dass nicht mehr alle Täler und Siedlungen geschützt werden können. Für Carmelia Maissen, Präsidentin der Gebirgskantone, ist diese Sicht zu einfach.

Link: Der Bund

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