Tempo-30-Zone: 98,5 Prozent zu schnell

7 months ago by cron to c/verkehrswende

98,5 Prozent der Lenker waren in Anthering (Flachgau) in einer Tempo-30-Zone zu schnell unterwegs. Das ist das Ergebnis einer Messung von 150.000 Fahrzeugen von September bis Dezember 2025. Politik und Polizei reagieren jetzt mit mehr Kontrollen und Strafen.

Vor einer Schule wurde eine 30er Zone eingeführt. Danach wurde gemessen, wie schnell die Fahrzeuge fahren. Mehr als 98% der Fahrzeuge überschritten das Tempolimit.

Je nach Geschwindigkeit kostet Schnellfahren zwischen 20 und 50 Euro im Organstrafmandat, mehr nach einer Anzeige. Für Anrainer könnte die verstärkte Polizeipräsenz hier nicht reichen. Einige überlegen, eine Fake-Radarbox zur Abschreckung neben der Riederstraße aufzustellen.

Bin mir nicht 100% sicher, wie gut dieses Thema in diese Community passt.

Esjott 12 points 7 months ago

Einkommensabhängige Strafen, sonst wird das nix. Und wer in ner 30er Zone im Wohngebiet oder Schule mehr als 50 fährt sollte seine Fahrereignung mal nachweisen.

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Gladaed 5 points 7 months ago

Oder Dauerblitzer. Pro Straße.

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Nomad 5 points 7 months ago

150k Fahrzeuge in dreim Monaten. Das ist selbst bei gleichmäßigem Verkehr über 24h gerechnet mit 31 tagen pro Monat mehr als eins pro minute. Hier besteht ein Problem mit Kapazität das durch eine 30er zone verstärkt wird.

Verkehrsberuhigte Zonen brauchen alternativen, sonst sehen die Ergebnisse genau so aus und die Gefährdung wird durch ein mangelhaftes Verkehrskonzept nur verstärkt.

Man kann nicht nur sagen böse Autofahrer, auch wenn ich ein großer fan von ÖPNV bin. Menschen müssen von A nach B und davon eine ganze Menge. Umgehungsstraße, U-Bahn bauen oder andere alternativen. Schlimmstenfalls einen Tunnel. Was ist das für eine haltbare Städteplanung?!

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HaraldvonBlauzahn 5 points 7 months ago

150k Fahrzeuge in dreim Monaten. Das ist selbst bei gleichmäßigem Verkehr über 24h gerechnet mit 31 tagen pro Monat mehr als eins pro minute.

Manche Radweg-Hauptverbindungen in Kopenhagen (Z.B. die Cycelslangen über den Hafen) schaffen zu Stosszeiten 2 Fahrzeuge pro Sekunde. Also 120 pro Minute, 7200 pro Stunde.

Den Pendelverkehr in der Stadt hauptsächlich mit PKW bestreiten zu wollen, ist einfach eine Fehlallokation von Ressourcen.

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Nomad 1 point 7 months ago

Die Straße ist vermutlich auch so ausgebaut dass das geht. Ich nehme an die 30er zone vor der Schule ist nicht dreispurig. Ich bin völlig dafür alternativen zu schaffen die die Leute auch nutzen wollen. So sieht das in diesem Fall nur nicht aus.

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toe 2 points 7 months ago

Man kann es sich hier Schule mal ansehen. Riederstraße.

Schnellste gemessene Übertretung: 111 km/h

Kann mir vorstellen der Schule nur schwer vorstellen mit 111km/h zu fahren. Auf dem Stück etwas weiter auf der Riederstraße schon.

Beinahe alle Fahrzeuge seien zu schnell unterwegs, teilweise mit bis zu 70 oder 80 km/h, berichteten Anrainer.

Die Schätzugen der Anrainder ohne Messwert dürfen aufgrund der Perspektive höher ausfallen, als gemessene Werte.

Ob es in Österreich möglich ist, weiß ich nicht. In Deutschland würde ich der Kommune empfehlen sich einen Blitzer zur Probe zu mieten und die Rathauskasse über die Verstöße zu füllen. Wenn kein Lerneffekt Eintritt, dürfte sich bei dieser Anzahl der Fahrzeugen und im Artikel angegebenen Gesxhwindigkeitdbertretungen sogar eine Investition in ein eigenes Gerät amortisieren.

Sieht so aus, als ob eine stärkere Verkehrsverbindung von der B156 nach Obertrum am See fehlt.

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Asinus 2 points 7 months ago

Hier geht es ja eigentlich noch nicht mal darum, dass oder mit welchem Verkehrsmittel dort viel gefahren wird, sondern dass die Geschwindigkeit nicht eingehalten wird.
Das Straßenprofil mag das begünstigen (breite Straßen leiten dazu, schneller zu fahren), aber die Einhaltung liegt ja letzlich bei den Leuten hinterm Lenkrad.

Ich glaube, falls hier ein Kapazitätsproblem besteht, dann dass zu viele Kfz "durchpassen". Wäre dort permanent stockender Verkehr, wäre die Quote der Geschwindigkeitsüberschreitungen ja nicht so enorm groß.

Das wirkt halt wie eine alte Dorfstraße, die - mangels Umgehungsstraße - Durchgangsverkehr für Regionalverkehr nach/von z.B. Salzburg durchleiten muss, wo die Akzeptanz der Geschwindkeitsbegrenzung dann ("ich fahr ja gleich eh wieder 100, warum für die paar 100m bremsen") viel zu gering ist.

Ob das wirklich "viel" Verkehr ist, kann ich für AT nicht einschätzen. Das sind 1600-1800 Kfz je Tag, vielleich mit Faktor 1,2-1,4 mehr,, wenn am Wochenende weniger passiert). In meiner Lokalzeitung wurde kürzlich als "verträgliches Maß" für eine innerstädische, reine Wohnstraße (30km/h, beliebter Schleichweg, allerdings generell nur für PKW freigegeben) mit max 400 Kfz je Stunde angegeben, gemessen wurden bis zu 230. Mir ist an meiner Wohnstraße schon deutlich weniger Verkehr oft "zu viel".

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mech 2 points 7 months ago

Hier bei uns auch. Es gibt einen Blitzer am Ortseingang, einen am Ortsausgang und einen an der Kreuzung der Hauptradverkehrsroute. Dazwischen ist de fakto Tempo 50, und im Berufsverkehr gibt's immer lange Rückstaus vor den Blitzern weil da jeder von 50 auf 20 runterbremst.

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rbn 3 points 7 months ago

Gab doch auch mal Blitzer, die die Zeit messen zwischen Blitzer 1 und Blitzer 2 und dann die Durchschnittsgeschwindigkeit ausrechnen. Da hilft es dann auch nix, kurz vorher kurz vom Gas zu gehen.

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cron 2 points 7 months ago

In Österreich heißt das "Section Control" und kommt zB. in Tunneln zum Einsatz.

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SeductiveTortoise 2 points 7 months ago

Ja, deswegen lieber regelmäßig mobil kontrollieren.

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franky 2 points 7 months ago

@cron Das Thema passt schon hier rein, keine Sorge. Hier werden Leben der Schüler durch Raser und das vor einer Schule (!) massiv gefährdet. Ich selbst habe (gesundheitsbedingt) keinen FS oder PKW, doch bei solchen Themen bekomme ich Hals.

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plyth 2 points 7 months ago

Wenn 98,5% zu schnell sind, heisst das doch, dass diese Geschwindigkeitsbegrenzung nicht mehrheitsfähig ist. Sollte es in einer Demokratie Regeln geben, die die Mehrheit nicht trägt?

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cron 4 points 7 months ago

Aber wer wird befragt? Die auswärtigen Autofahrer? Die Anrainer? Die Schüler?

Tatsächlich ist es meiner Meinung nach sogar zu schwierig für Gemeinden, Tempolimits durchzusetzen (trotz Mehrheit im Ort).

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zaphod 3 points 7 months ago

Geschwindigkeitsbegrenzungen haben doch nichts mit Mehrheitsentscheidungen zu tun, sondern mit Verkehrssicherheit, und nicht nur für eine Gruppe von Verkehrsteilnehmern.

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Karl_der_Kleine 2 points 7 months ago

Easy, einfach das Tempolimit an den Durchschnittswert der Messungen anpassen. /s

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mech 2 points 7 months ago

Das Amerikanische Modell.

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death_to_carrots 2 points 7 months ago

Warum muss Autofahren auch frei sein? Verpflichtendes GPS mit Datenerfassung beim Land. Und dann wird jeder Geschwindigkeitsverstoß automatisch geahndet. Kannst ja Berufung einlegen, wenn du meinst, dass an der Stelle schneller Fahren notwendig war.

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JensSpahnpasta 1 point 7 months ago

Das kannst du ja auch direkt ohne Strafen haben und es ist halt auch eines dieses typischen Dinge der modernen Verkehrspolitik: Autos wissen ja per GPS, wo sie sind. Wir haben auch die genauen Geokoordinaten unserer Städte und Ortschaften. Es ist also technisch überhaupt kein Problem ein Auto zu bauen, das in der Stadt eben nur Max 50 fährt und auf der Landstraße Max 100. Dass das nicht gemacht wird, sagt einfach alles aus.

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death_to_carrots 1 point 7 months ago

Das wäre ja aber Bevormundung. Ich verstehe, dass es Situationen gibt, wo die allgemeinen Regeln speziellen Bedürfnissen weichen müssen. Bisher liegt aber diese Entscheidung bei jedem Fahry selbst und nicht unabhängig bei Gerichten.

Also ja, fahr schneller, wenn nötig und du ein Richty von der Notwendigkeit im Nachhinein überzeugen kannst.

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